top of page

Kritik zu „Ein Minecraft Film“: Vom Block-Baukasten zur Blockbuster-Formel

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 20 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Von Millionen gefeiert, jahrelang heiß erwartet und nun tatsächlich auf der großen Leinwand: Hollywood wagt sich an eine filmische Adaption des Minecraft-Universums. Doch reichen bunte Würfel, bekannte Gesichter und große Effekte, um aus einem Sandbox-Game großes Kino zu machen?


Kritik zu „Ein Minecraft Film“: Vom Block-Baukasten zur Blockbuster-Formel
Bildnachweis: © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Wer hätte einst gedacht, dass blockige Pixelwelten und Baustein-Ästhetik einmal zum Stoff für einen Hollywood-Blockbuster würden? Minecraft, das seit 2009 Millionen Menschen aller Altersklassen in seinen endlosen Kreativmodus gezogen hat, ist nun tatsächlich auf die große Kinoleinwand gehievt worden – nach jahrelangen Produktionswirren und mehrfach wechselnden Regie-Teams. Damit reiht sich das legendäre Sandbox-Game in die aktuelle Riege der Videospieladaptionen ein. Doch kann diese Verfilmung dem weltumspannenden Phänomen des Videospiels und den hohen Erwartungen gerecht werden?


Darum geht es:


Vier Außenseiter, ein Portal und eine Welt voller Blöcke: Garrett, Henry, Natalie und Dawn landen plötzlich in der Oberwelt – einem verrückten, würfelförmigen Abenteuerland voller Zombies, explodierender Schweine und magischer Möglichkeiten. Mit Hilfe des Crafter-Profis Steve kämpfen sie sich durch Gefahren und entdecken dabei, dass ihre eigenen Talente mächtiger sind, als sie je gedacht hätten. Doch schaffen sie es, den Weg zurück nach Hause zu finden – oder bleiben sie für immer Teil dieses pixelbunten Chaos?


Die Rezension:


Die Optik von „Ein Minecraft Film“ präsentiert einen Mix aus Realfilm und CGI, was der Produktionsseite zufolge ein beträchtliches Budget verschlungen haben soll. Dabei lehnt sich das Design der Figuren, Schauplätze und Kreaturen deutlich an die blockige Ästhetik des Spiels an, ohne jedoch konsequent jenen kubischen Minimalismus beizubehalten, den man in Minecraft kennt. Zwar sind Dorfbewohner, Zombies und ikonische Strukturen – etwa Holzhütten oder weitläufige Minen – sofort als aus dem Videospiel stammend zu erkennen, doch wirkt vieles glattgebügelt und an die Sehgewohnheiten für die breite Masse angepasst. So bleibt von der charmant-kantigen Pixelwelt im Kern nur ein leicht eckig anmutendes Gimmick übrig, während die Farbgestaltung auf grelle Effektfeuerwerke setzt.


Kritik zu „Ein Minecraft Film“: Vom Block-Baukasten zur Blockbuster-Formel
Bildnachweis: © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Das führt zwar zu einer hohen Schauwertdichte, verzichtet aber auf den Reiz, tatsächlich eine glaubhafte Oberwelt zu erkunden. Auf technischer Ebene ist das Ergebnis immerhin solide: Die computergenerierten Hintergründe fügen sich zwar nahtlos in das Realfilm-Fundament ein, dennoch bleibt eine gewisse Künstlichkeit unvermeidlich, da beinahe sämtliche Kulissen digital eingefügt und nicht physisch am Set gebaut wurden – was bei einem Film dieser Größenordnung durchaus zumindest teilweise möglich gewesen wäre. Der Plot fokussiert sich auf die Ursprungsgeschichte des Spielfiguren-Avatars Steve, der sich nach einer schicksalhaften Entdeckung zwischen seiner Welt und der Minecraft-Oberwelt hin- und herbewegt.


Die Handlung, die sich um den Fund eines mysteriösen Würfelschlüssels und die damit verbundene Reise in die blockige Dimension dreht, gerät dabei schnell in die bekannten Muster vieler Familien-Actionfilme: Die Heldengruppe, zu der unter anderem die Geschwister Natalie und Henry sowie die Maklerin Dawn gehören, muss sich gemeinsam gegen eine Feindin aus dem Nether-Universum behaupten. Obwohl diese klassische „Gut-gegen-Böse“-Konstellation halbwegs logisch entfaltet wird, liegt hier auch eine der größten Schwächen: Anstatt das Potenzial der Minecraft-Thematik mit offener Kreativität und gemeinschaftlichem Bauen auszuschöpfen, wird die Geschichte zur recht formelhaften Jagd nach einem Artefakt.


Kritik zu „Ein Minecraft Film“: Vom Block-Baukasten zur Blockbuster-Formel
Bildnachweis: © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Gerade die Freiheit, die Minecraft-Spieler so schätzen – das Entwerfen eigener Welten und das kreative Tüfteln mit Ressourcen – wird im Film nur oberflächlich angerissen. Zwar finden sich vereinzelt Szenen, in denen Steve oder die Geschwister etwas bauen oder Werkbänke benutzen, doch beschränkt sich die eigentliche kreative Dimension zumeist auf kurze, klischeehafte Montagen. Ausgerechnet der Aspekt, der das Spiel weltweit in alle Altersklassen getragen hat, gerät damit zum schmückenden Beiwerk und erhält wenig inhaltliche Tiefe. Diesen Mangel spürt man besonders im actiongeladenen Finale: Anstelle eines einfallsreichen oder spielerischen Kampfes bleibt es bei einem eher standardisierten Showdown um den zerstörerischen Einsatz eines Artefakts.


Hier wäre die Chance gewesen, die Fantasie aus dem Videospiel zum Leben zu erwecken und im finalen Konflikt Dinge zu präsentieren, die nur in der Welt von Minecraft möglich sind. Die fünf beteiligten Drehbuchautoren haben sichtlich versucht, humorvolle und zugleich abenteuerliche Elemente einzuflechten, doch wirken diese oft vorhersehbar und nicht selten austauschbar. Viele der angelegten Slapstick- und Comedy-Einlagen zünden nur bedingt, da sie das Gefühl vermitteln, vor allem auf ein jüngeres Publikum abzuzielen und weniger durch Ideenreichtum als durch grelle Übertreibung zu wirken. Vor allem das zentrale Thema der grenzenlosen Erfindungskraft – die das Spiel ausmacht – bleibt in den erzählerischen Stationen eher Randnotiz als tragendes Motiv.


Kritik zu „Ein Minecraft Film“: Vom Block-Baukasten zur Blockbuster-Formel
Bildnachweis: © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Mit Jack Black als Steve besetzt der Film einen bekannten Komödianten, der seinem wilden, teils exaltierten Spielstil auch hier treu bleibt. Seine Rolle erinnert an jene typischen, überdrehten Figuren, für die er bekannt geworden ist. Jason Momoa darf seine sonst eher harte Action-Persona zugunsten eines weicheren, teils humorvollen Auftritts fallen lassen, wobei er gelegentlich in eine Übertreibung verfällt, die nicht jedem Gag zuträglich ist. Rachel House überzeugt als durchweg böse Antagonistin. Sebastian Eugene Hansen und Emma Myers bleiben dagegen in ihrer immer wieder aufgeworfenen Geschwister-Dynamik recht blass.


Fazit:


„Ein Minecraft Film“ verpasst es, das kreative Herz des Videospiels filmisch zu entfalten und verpackt seine Blockwelt lieber in ein gefälliges Effektgewitter. Trotz prominenter Besetzung und solider technischer Umsetzung bleibt vom Ideenreichtum des Originals wenig übrig.


>>> STARTTERMIN: Ab dem 3. April 2025 im Kino.


Wie hat Dir der Film gefallen? Teile Deine Meinung gerne in den Kommentaren!

Weitere Informationen zu „Ein Minecraft Film“:

Genre: Abenteuer, Fantasy, Komödie

Laufzeit: 101 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12


Regie: Jared Hess

Drehbuch: Jared Hess

Besetzung: Jason Momoa, Jack Black, Emma Myers und viele mehr ...


Trailer zu „Ein Minecraft Film“:


Comments


Abonniere jetzt den Newsletter

und sei immer aktuell informiert!

Danke für's Einreichen!

© 2023 by Make Some Noise.

Proudly created with Wix.com

bottom of page